5 Anfängerfehler als Virtuelle Assistenz – und wie du sie vermeidest

 

(In Zusammenarbeit mit Sonja Hoffmann @mindful.va.business)

 

Aller Anfang ist schwer. Wenn man sich an eine neue Sache heranwagt, sind Anfängerfehler quasi vorprogrammiert. Wenn du diesen Beitrag hier liest, spielst du vermutlich selbst gerade mit dem Gedanken, in die Virtuelle Assistenz zu starten. Ganz schön aufregend. Du springst ins kalte Wasser und begibst dich auf einen hohen Wellenritt in unbekannte Sphären. Damit dir dieser Start gut gelingt, möchte ich dir fünf Learnings auf deine Reise in die Selbstständigkeit mitgeben, um dich auf deinen nächsten Wellengang vorzubereiten.

 

 

1) Du hast Angst, dich und dein Business zu zeigen

 

Eine berufliche Veränderung ist meist ein großer Schritt. Zu den eigenen Unsicherheiten kommen zusätzlich Fragen von außen, wie z.B.: „Hä? Virtuelle Assistenz – was soll das denn sein?“ Auch wenn du dich selbst vielleicht schon länger mit dem Thema Virtuelle Assistenz beschäftigst, kann ein großer Teil deiner Mitmenschen noch nichts mit dem Begriff anfangen. Das verunsichert dich. Die Folge: Du traust dich erst recht nicht, der Welt von deinem neuen Vorhaben zu erzählen. Dabei ist es genau das, was du jetzt tun solltest, um sichtbar zu werden und deine ersten Aufträge an Land zu ziehen.

Das fängt einerseits im persönlichen Umfeld an. Sprich offen darüber, was du machst und welche Dienstleistung(en) du anbietest. Parallel dazu ist es wichtig, dir Gedanken um deinen Online-Auftritt zu machen. Nur wenn du im Netz sichtbar und präsent bist, wirst du auch von Personen gefunden, die dich noch nicht kennen. Denn woher (außer irgendwann über Weiterempfehlungen) sollen potenzielle Auftraggeber:innen denn sonst wissen, wer du bist und wie du sie als VA in ihrem Unternehmensalltag unterstützen kannst?

 

 

2) Fokus auf unwichtigen Details

 

Perfektionismus kennen wir alle. Vielleicht denkst du dir: „Erstmal perfektioniere ich mein Branding, bevor ich mich um die Gewerbeanmeldung kümmere.“ 

Versteh mich nicht falsch – ein durchdachtes Branding ist langfristig gesehen ein wesentlicher Faktor für deine Sichtbarkeit und Online-Präsenz. Viele stürzen sich jedoch darauf, noch bevor sie überhaupt wissen, was genau sie als VA überhaupt anbieten können und wollen, bzw. wer ihre Zielgruppe ist. Stattdessen verbringen sie Stunden damit, an Logos zu tüfteln und Brandingfarben und -schriften auszusuchen. Das sind meist die Dinge, die am Anfang mehr Spaß machen und sich leicht anfühlen. Dabei rücken die weniger lustigen Dinge – wie die tatsächliche Gewerbeanmeldung, Definition des Leistungsangebots sowie Markt- und Zielgruppenanalyse immer weiter nach hinten. Und häufig stellt man dann nach ein paar Monaten fest, dass das zuvor stundenlang zusammengebastelte Branding gar nicht zur Zielgruppe passt und muss es erst wieder anpassen.

Daher: Bevor du dich in Details verlierst, frage dich: Was ist aktuell wirklich wichtig und bringt mich voran? Hier ein kleiner Überblick, der dir als Leitfaden für die nächsten Steps dienen kann:

 

3) Unrealistische Erwartungen

 

Wahrscheinlich gehst du mit einer gewissen Erwartungshaltung an dein Vorhaben heran. Am liebsten würdest du vielleicht gleich von Null auf Hundert in die Selbständigkeit starten – und dann holt dich die Realität ein. Viele VAs starten nebenberuflich, was sich oft einfacher anhört als es in Wirklichkeit ist. Es erfordert einen großen Willen und ein starkes Durchhaltevermögen, neben einem Vollzeitjob ein Business aufzubauen. Zudem dauert es vielleicht um einiges länger als ursprünglich geplant. Das stresst dich und verwandelt deine anfängliche Euphorie in Frustration.

Um das zu vermeiden, schaue vor allem zu Beginn auf deine zeitlichen Ressourcen und auf dein Energielevel. Versuche, realistisch einzuschätzen, bis wann du welche Schritte am Weg in die Selbständigkeit erreicht haben möchtest und erstelle dir einen konkreten Zeitplan mit kleinen Zwischenzielen und Deadlines.

 

 

4) Angst vor aktivem Netzwerken

 

Beim Gedanken an aktives Netzwerken verdrehen viele gleich die Augen. Wer hat denn bitte darauf wirklich Lust? Vor allem als introvertierter Mensch ist die Vorstellung, sich mit fremden Leuten an einem öffentlichen Ort über die eigenen Tätigkeiten auszutauschen, ein absolutes Horror-Szenario. Erst mit der Zeit merkt man – hey, das bringt ja doch was und ist sogar richtig cool. Nicht selten passiert es, dass sich durch Netzwerk-Events ein wertvoller Austausch ergibt und bestenfalls sogar Kontakte zu zukünftigen Auftraggeber:innen entstehen. Je mehr Leute dich kennen, umso eher kannst du auch weiterempfohlen werden. Und Weiterempfehlungen sind immer noch die beste Möglichkeit, um Kund:innen zu gewinnen.

Wenn du möchtest, traue dich erst an kleine Events heran und mache dabei immer größere Schritte. Mittlerweile sind Real-Life-Events leider rar geworden, aber auch online gibt es viele tolle Möglichkeiten, um sich zu vernetzen: Schaue dich in Facebook- und LinkedIn-Gruppen um (komm gerne auch in die Gruppe Trainings, Tipps & Templates für Virtuelle Assistent:innen) und vernetze dich auf Instagram mit Leuten, die bereits als VA tätig sind.

 

 

5) Nicht ins Handeln kommen

 

Du bist an einem Punkt, wo du dir deiner Sache sicher bist. Du hast bereits spannende Tipps und Hinweise erhalten und weißt eigentlich, was dein nächster Step wäre. Aber die Stunden, Tage und Wochen fliegen nur so an dir vorbei und bald ist das Jahr um. Du hast dir vorgenommen, dein Geschäftskonto zu eröffnen, doch aus irgendwelchen Gründen prokrastinierst du mit einem Serienmarathon.

Dabei sagst du dir doch selbst schon die ganze Zeit: „Komm endlich ins Handeln“ Dir nur Wissen anzueignen bringt dich nicht weiter, du musst das Gelernte auch umsetzen.

Wenn du bis jetzt noch kein Planungsmensch gewesen bist, versuche dir Gewohnheiten und Routinen anzueignen, damit du an wichtige Punkte deines Business zur Priorität machst. Auch wenn du dir nur 10 Minuten am Tag vornimmst, aktiv an der Umsetzung des nächsten Schritts zu arbeiten, reicht das oft schon aus, um dich Stück für Stück weiterzubringen.

Und da heißt es auch wieder: Schieb den Perfektionismus zur Seite und fang einfach an. Lieber unperfekt starten als perfekt warten.